MP3 x Eins

MP3s sind das am meisten verbreitete digitale Audio-Format. Die Tönebox kann MP3-Dateien (MPEG1, MPEG2 und MPEG2.5 Layer III ) wiedergeben, die mit bis zu 320 kbit/s kodiert wurden. Im folgenden skizzieren wir einige gängige Methoden zum Konvertieren, Bearbeiten sowie zum allgemeinen Handling der MP3-Dateien.

 

Audio-Formate und MP3

Eine MP3-Datei speichert nach einem bestimmten Verfahren (Kodierung) möglichst nur den vom Menschen bewusst wahrgenommenen Anteil eines Audiosignals. Die damit verbundene Reduzierung der Datenmenge (größenordnungsmäßig auf 10%) bei kaum verringerter Audio-Qualität hat es schnell zum vorherrschenden Format bei der Speicherung von Musik auf Computern und Audio-Playern gemacht.

Bei der Datenkompression werden psychoakustische Effekte der Wahrnehmung wie die Ununterscheidbarkeit zu ähnlicher Tonhöhen oder eine kurze Phase der Nichtwahrnehmbarkeit leiserer Geräusche vor und nach sehr lauten Geräuschen ausgenutzt. Grob gesagt werden durch die Kodierung, die in mehreren Schritten abläuft, nur diejenigen Signalanteile abgespeichert, die das normale menschliche Gehör wahrnehmen kann.

Ein MP3-Dekoder macht die Kodierungsschritte wieder einzeln rückgängig, allerdings ohne das Ursprungssignal komplett zurückgewinnen zu können.

Um Musik, Töne und Sprache digital speichern zu können, wird das „analoge“ Signal in eine „digitale“ Bitfolge umgerechnet. Verfahren zur A/D-Wandlung werden durch solche zur D/A-Wandlung ergänzt, um aus vorhandenen Audio-Dateien akustische Signale (zurück)gewinnen zu können. Die einer A/D-Wandlung entspringende Audio-Datei kann – je nach Ansprüchen an die Qualität des zurückzugewinnenden Audio-Signals – sehr umfangreich sein, weshalb Möglichkeiten zur Datenreduzierung gefragt sind. Dabei wird zwischen verlustfreier und verlustbehafteter Datenkompression unterschieden.

  • Im ersten Fall kann die ursprüngliche Audio-Datei bitgenau zurückgewonnen werden.
  • Im zweiten Fall kommt es darauf, dass sich die Audio-Signale aus der komprimierten und der ursprünglichen Audio-Datei möglichst wenig unterscheiden.

MP3-Dateien entspringen einer verlustbehafteten Kompression ursprünglicher Audio-Dateien (wobei auch ein Stream analoger Audio-Signale ohne weiteres direkt im MP3-Format abgespeichert werden kann).

Eine Audiodatenkompression bezeichnet man als „verlustfrei“ (lossless), wenn die angestrebte Reduzierung der Bitfolge vollständig rückgängig gemacht werden kann. Als „verlustbehaftet“ (lossy) wird sie bezeichnet, wenn Anteile der Bitfolge, die für die Ton-Wahrnehmung wenig oder gar nicht relevant sind, entweder unpräzise abgespeichert oder verworfen werden, so dass sie sich nicht mehr rekonstruieren lassen.Das MP3-Format beruht auf einer verlustbehafteten Audiodatenkompression. Aus naheliegenden Gründen sollte eine MP3-Datei entweder aus unkomprimierten Audio-Daten gewonnen werden (WAV, AIFF) oder aus Dateien, die einer „verlustfreien“ Datenkompression entsprungen sind. Entsprechende Formate sind z.B.:

  • MPEG-4 Audio Lossless Coding (ALS)
  • MPEG-1 Audio Layer 3 (mp3HD)
  • Free Lossless Audio Codec (FLAC)
  • Monkey’s Audio (APE)
  • Apple Lossless (ALAC)
  • Windows Media Audio Lossless (WMA Lossless)

MP3-Version eines beliebigen Audio-Titels erstellen

Um mit iTunes von einem beliebigen Audio-Titel eine zusätzliche MP3-Version zu erstellen, muss dieser zur iTunes-Mediathek gehören. Den Dialog zum Hinzufügen einzelner Titel zur Mediathek öffnen Sie mit Strg+O. Dabei wird die Datei selbst an ihrem ursprünglichen Speicherort belassen.

HINWEIS: Falls iTunes beim Hinzufügen des Titels keine Titelinfos gefunden hat, dann sollten Sie diese soweit bearbeiten, dass Sie ihn über entsprechende Stichworte auch gezielt wiederfinden können. Den entsprechenden Dialog für den markierten Titel rufen Sie mit Strg+I (Tab „Infos“) auf.

Für die Erzeugung der MP3-Version markieren Sie den fraglichen Titel und rufen Sie die Aktion entweder über den Menuepunkt „Erweitert“ oder über das Kontextmenue des Titels auf. Der Statusbalken in der Anzeige oben zeigt den Fortschritt der Aktion an. Die Qualität der neu erstellten MP3-Version richtet sich nach der Einstellung für den MP3-Codierer.

Die so erstellte MP3-Version wird mit identischen Titelinfos in das Verzeichnis des Ausgangs-Titels geschrieben und von iTunes unterhalb von diesem angezeigt. Für eine bessere Unterscheidung empfiehlt es sich, die Titelinfos der MP3-Version unmittelbar anschließend abzuändern (Strg+I, Tab „Infos“). Die Seite Überspielen beschreibt, wie sich in iTunes eine ganze MP3-Sammlung erstellen lässt, um sie mit dem Programm iTunesSync auf eine damit spielbereite SD-Karte für die Tönebox zu kopieren.

Mit Audiograbber lassen sich MP3-Versionen sowohl von Titeln einer Audio-CD als auch von WAV-Dateien erstellen.

Über den Menuepunkt Optionen > Allgemeine Einstellungen… werden Zielordner sowie Dateinamen einschließlich zusätzlich angelegter Unterverzeichnisse für die erzeugten MP3-Versionen bestimmt. Über den Menuepunkt Optionen > MP3-Optionen… werden Eigenschaften der erzeugten MP3-Versionen festgelegt.

Um von den Titeln einer Audio-CD, die in das Laufwerk des PCs eingelegt ist, MP3-Versionen im Zielverzeichnis zu erzeugen, muss das Häkchen am MP3-Icon in der Symbolleiste gesetzt sein (ansonsten wird eine WAV-Datei erzeugt). Um von einer WAV-Datei eine MP3-Version im Zielverzeichnis zu erzeugen, muss diese im Dialog für die MP3-Optionen ausgewählt werden (Button: Aus Datei erstellen…).

Mit M4A to MP3 Converter lassen sich MP3-Versionen von M4A- M4B-, MP4-, AAC- und 3GP-Dateien erstellen.

Nach Festlegung des Ausgabeordners und des Ausgabeformats einschließlich weiterer Einstellungen (beides unterhalb des Anzeigefensters) werden von hinzugefügten Audio-Dateien der genannten Formate durch Klick auf das Konvertieren-Icon in der oberen Icon-Leiste MP3-Versionen erzeugt.

Die untere Icon-Leiste versammelt Links zu Kaufversionen diverser Hilfsprogramme der Fa. Maniac Tools.

Um mit Mediamonkey von einem beliebigen Audio-Titel eine zusätzliche MP3-Version zu erstellen, muss dieser zur Mediamonkey-Mediathek gehören. Den Dialog zum Hinzufügen eines Titels zur Mediathek öffnen Sie mit der Taste Einfügen. Dabei wird die Datei selbst an ihrem ursprünglichen Speicherort belassen.

HINWEIS: Falls Mediamonkey beim Hinzufügen des Titels keine Titelinfos gefunden hat, dann sollten Sie diese soweit bearbeiten, dass Sie ihn über entsprechende Stichworte auch gezielt wiederfinden können. Den entsprechenden Dialog für den markierten Titel rufen Sie mit Umschalt+Enter auf.

Für die Erzeugung der MP3-Version markieren Sie den fraglichen Titel und rufen Sie die gewünschte Aktion entweder über den Menuepunkt „Extras“ (Format konvertieren…) oder mit dem Shortcut Strg+Umschalt+C auf.Der Konvertierungsdialog erlaubt es, die neu erzeugte MP3-Version mit einem beliebigen Ziel (hier direkt in ein Unterverzeichnis auf der SD-Karte für die Tönebox) und mit einem durch „Eingabemasken“ bestimmten Dateinamen zu erzeugen. Weitere Optionen ergeben sich für das Format bzw. dessen Einstellungen sowie für die Lautstärke des erzeugten Titels.

Audio-Editoren und -Ripper für Windows, Mac und Linux

Um eine Audio-Datei zu bearbeiten, benötigt man einen Audio-Editor. Mit einem Audio-Editor kann man eine digitale Audio-Datei z.B. schneiden, in der Lautstärke anpassen, verschiedene Audio-Effekte anwenden usw. und anschliessend im gewünschten Format (z.B. MP3) abspeichern. Folgende Funktionen eines Audio-Editors werden immer wieder benötigt:

  • Lautstärke ausgewählter MP3-Dateien (z.B. eines Verzeichnisses) auf einen Pegel angleichen (Normalizing).
  • Markierten Bereich „still“ machen oder ausschneiden.
  • Blenden setzen für Anfang bzw. Ende (Fade-In, Fade-Out)
  • MP3-Datei mit Schnitten (cues) versehen und Fragmente separat speichern.
  • Tags (zugeordnete Informationen über Komponisten, Interpreten bis hin zum Album-Cover) editieren.

Hier eine Auswahl an Audio-Editoren, die größtenteils unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden:

Um Audio-Titel von Audio-CDs auszulesen oder z.B. von DVDs zu extrahieren, wo sie in sonstigen Dateien (z.B. Spiele, Videos) eingebettet vorliegen, und in editierbare Dateien zu konvertieren, benötigt man einen sog. „Audio-Ripper“.Rippen (auf Deutsch: „herausreissen“) kann die Urheber- und Verfielfältigungsrechte der Schöpfer und Verbreiter des fraglichen Werkes berühren.Hier eine Auswahl an Audio-Rippern, die größtenteils unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden:

Öffentliche Vorführung und Urheberrecht

Es ist das Recht des Schöpfers („Urheberrecht“), die Vorführung seines Werks an bestimmte Bedingungen zu knüpfen und deren Einhaltung durchzusetzen. Er kann dies Recht selbst ausüben oder es jemand anderem überlassen, entsprechende Bedingungen zu formulieren und ihnen Geltung zu verschaffen.

In Deutschland nennt man ein zeitgenössisches Werk „GEMA-frei“, wenn dessen Schöpfer seine Interessen selbst wahrnimmt. „Gemeinfrei“ – und damit ohne weiteres vorführbar – ist es jedoch erst dann, wenn sein Schöpfer ausdrücklich auf entsprechende Rechte an seinem Werk verzichtet hat.In der Regel knüpft der Schöpfer die öffentliche Vorführung seines Werks an Bedingungen. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, ob man das Recht zur öffentlichen Vorführuing zeitlich befristet oder aber unbefristet erwirbt.

Bei gekauften oder sonstwie erworbenen Audio-Werken (insbesondere in Form von MP3-Dateien) muss man grundsätzlich davon ausgehen, dass ihre öffentliche Vorführung vom Urheberrecht (bzw. von verwandten Leistungsschutzrechten) des Schöpfers betroffen ist.

Nur wenn diese aus Tonträgern gewonnen wurden, die vor mehr als 50 Jahren erstmals veröffentlicht wurden und/oder wenn der Komponist vor mehr als 70 Jahren gestorben ist, hat der Schöpfer (bzw. dessen Erben) in der Regel (in Deutschland) keine Rechte mehr an dem Werk.

Entscheidend ist deshalb immer, welche Bedingungen der Urheber an die Nutzung seines Werks knüpft. Hat dieser einen Nutzungsvertrag mit der GEMA, dann sieht die Sache (zumindest in Deutschland) nocheinmal anders aus. Siehe dazu den entsprechenden Tab zu diesem Stichwort.

Das „Vervielfältigungsrecht“ bezieht sich ursprünglich nicht auf das Recht zur Wiedergabe oder Aufführung eines Werkes, sondern auf Bedingungen, unter denen der Urheber eines Werkes einem Vertragspartner das (zeitweise) Recht zur Verfielfältigung seines Werks und zum Vertrieb der Kopien einräumt.

Gleichwohl wird mit dem Symbol © (copyright) auch der Anspruch auf die Urheberrechte des so gekennzeichneten Werks hervorgehoben. Bei Filmen und Tonträgern wird auch das Symbol ℗ verwendet, um Leistungsschutzrechte geltend zu machen.

Der Urheberrechtsschutz für die Inhalte von Tonträgern endet in Deutschland in der Regel 50 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen, was die Aufführenden betrifft, oder 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten. Deshalb sind bei nahezu allen aktuellen Audio-Produktionen grundsätzlich die Ansprüche des Urhebers in Erfahrung zu bringen und zu berücksichtigen.

Dabei werden vermehrt die von der „Creative Commons“ veröffentlichten Standard-Lizenzverträge genutzt, um der Öffentlichkeit auf einfache Weise bestimmte Nutzungsrechte an ihren Werken einzuräumen. Durch Bezug auf die „Creative Commons Zero“ (weltweiter Verzicht auf alle urheberrechtlichen und verwandten Schutzrechte) lässt sich ein Werk z.B. gemeinfrei stellen.

Quelle: http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de.

Bei der Vorführung von Werken eines Künstlers, dessen Interessen von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) vertraglich geregelt wahrgenommen werden, fallen Gebühren an, die insbesondere bei der öffentlichen Vorführung nach einem von der GEMA vorgegebenen Schema zu entrichten sind.

Dabei ist zu beachten, dass sich die „GEMA-Freiheit“ musikalischer Werke grundsätzlich nur darauf bezieht, dass die Interessen des Künstlers nicht von der GEMA wahrgenommen werden, er vielmehr selbstentwickelte Bedingungen hat, nach denen er sein Werk anderen zur Nutzung überlässt.

Links zu Geräusch- und Musik-Archiven

Hier eine Auswahl an Geräusch-Archiven, die ihre Titel unter bestimmten Bedingungen zur Nutzung bzw. zum Kauf anbieten:

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